Die neue Mobilität: Kein Auto, vier Macs

Wie ihr richtig vermutet, handelt es sich bei diesem Titel nicht um eine zu-Fuß-Bestellung bei einer Fast-Food-Kette.

Es geht um steigende Smartphone-Nutzung bei sinkender Attraktivität, ein Auto zu besitzen. Was man daraus macht, zeigen Firmen wie flinc, carzapp, oder tamyca, die privates Carsharing sinnvoll mit Smartphone-Funktionen verknüpfen – vom integrierten Navi, das potenzielle Mitfahrer in Echtzeit auf der Strecke anzeigt (flinc), bis zur Ersetzung des Autoschlüssels durch das iPhone (carzapp, flinc).

Ich selbst habe vor drei Jahren eine bewusste Entscheidung getroffen: ich habe kein eigenes Auto mehr – ich fahre Rad, Taxi, Bus, Zug oder fliege. Ein eigenes Auto permanent stehen zu haben ist mir einfach zu teuer. Wertverlust! Risiko! Ich stell mir keine X-tausend Euro auf die Straße. Kraftstoff: 1,50€ pro Liter? No way. Ich weiß noch, als Benzin 62 Pfennig pro Liter kostete – heute zahlt man das fünffache! Für jeden verdammten Liter. Wenn ich ein Auto brauche, leihe ich mir eins von privat. Hätte ich diese Möglichkeit nicht, wäre ich schon längst einem carsharing beigetreten.

In dem selben Zeitraum, seit ich kein Auto mehr habe, habe ich zwei Macs und zwei iPhones angeschafft. (Brauche ich alles beruflich! Ja!) Statussymbole ändern sich – ein Auto ist nurmehr dafür da, von A nach B zu kommen. Coolness geht heute anders. Zum Beispiel so: Der Gründer von flinc erläutert, warum carsharing heute keine Ausreden mehr akzeptiert und verschenkt sein Auto. Sehenswert!

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Das Ende der Hörprobe: Spotify startet in Deutschland

Auf diesen Tag haben viele gewartet: Spotify ist ab heute in Deinem Land verfügbar. In Deutschland.

Jetzt in Deinem Land verfügbar

Ab heute können Musikfans auch in Deutschland mit Spotify langfristig kostenlos Musik in voller Länge streamen. War man bisher auf Hörproben zwischen 30 und 90 Sekunden, kostenpflichtige Streams, Kaufmedien oder youtube angewiesen, um Musik on Demand zu hören, geht das mit Spotify jetzt kostenlos. Zehn Millionen Nutzer weltweit (davon 3 Mio. zahlende) in 13 Ländern und 16 Millionen Titel dieser Partner machen Spotify zu einem der größten Musikstreaming-Dienste. Technisch basiert es wie schon die Napster-Frühform auf P2P (peer-to-peer), nur mit dem Unterschied, dass jetzt legale Server irgendwo in Schweden stehen und streamen, was das Zeug hält. Jedenfalls stellt man sich das so vor. Was ist nun so revolutionär an Spotify? Eigentlich gar nichts, und doch: alles.

Revolution 1: Gratis-Streaming

Gratis-Tracks on Demand in voller Länge gab es in diesem Umfang noch nie. Künftig wird sich niemand, der einen Track oder ein Album kaufen will, mit Hörproben zufrieden geben müssen. Musikschnipsel werden endlich überflüssig – mit weitreichenden Folgen. Man darf gespannt sein, womit Apple iTunes künftig ausstatten wird, um Abwanderung zu stoppen. Und wie lange die Musikabteilungen in Märkten wie fnac oder Saturn noch Scanner zum Abspielen dieser Hörproben installiert haben werden – oder wann sie sich selbst gleich mit abbauen. Schließlich verkauft Spotify auch Musiktitel. Spotify hat drei Nutzungsmodelle, die man – anders als bei anderen Streamingdiensten – nicht lange suchen muss: Hol Dir Spotify

  • Spotify free: 6 Monate unlimited, danach wohl 10 Stunden pro Monat, 6 Mal pro Titel.
  • Spotify unlimited (ohne Werbung)  4,99€ / Monat
  • Spotify premium (+offline +mobile)  9,99€ /Monat

Die Bezahlstruktur ist identisch mit der von Rdio, mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass Rdio keine Gratisvariante hat. Spotify free scheint langfristig kostenlos, wenn auch mit Einschränkungen. Die Veröffentlichung der gehörten Titel auf facebook ist per default aktiviert, lässt sich jedoch vom Benutzer abschalten. Das Gratishören wird somit schlicht durch Werbung erkauft – ein nachvollziehbares Modell. Sicher trackt spotify, was man hört, und wird diese Daten verarbeiten. Das ist bei anderen Streaming-Diensten aber nicht anders. Als alte lastfm-Hörerin stört mich dieser „Invest“ meinerseits nicht. Spotify funktioniert auch ohne Internet: Im Premium-Modus werden zuvor markierte Titel offline abgespielt – praktisch auf Parties oder Reisen. Die Musik wird „nicht heruntergeladen, sondern zwischengespeichert“ (wie lange hat der Übersetzer daran gefeilt?) – was bedeutet, dass die Tracks nur bei gültigem Account zugänglich sind (FAQ). Endet der Premium-Account, ist alles weg. „Zwischenspeichern“  hält 30 Tage. Alles in allem ein mehr als faires Angebot, dessen langfristige Gratis-Variante in der Tat eine „Revolution“ im Musikmarkt darstellt.

(Revolution 2: UX 2.0 – der mündige Kunde)

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