Twittcommerce: Zwitschern für den Wandkalender

Dass Druckereien zum Jahreswechsel ihre Kunden mit Printkalendern totschmeissen erfreuen, liegt ja nahe und ist meistens ja auch schön.

Die berliner Druckerei Printreform surft diesmal auf der twitterwelle und hat ihren Wandkalender 2010 im Stil des micromessaging-Dienstes gestaltet:

Entsprechend veranstaltet Printreform nun eine Aktion auf twitter (sic!). Sie ist einfach verständlich, gut vorbereitet und hat somit gute Chancen. Printreform schreibt auf ihrem Druckereiblog:

Diesen klasse Wandkalender in der Größe 1000 x 700 Millimeter in stilistischer Anlehnung an den Microblogging-Dienst Twitter kann jeder Teilnehmer bei der Aktion erhalten. Alles was man dafür tun muss ist…

… einen Tweet auf Twitter über die Aktion zu veröffentlichen und uns auf Twitter zu folgen. Erledigt man diese Aufgabe, zieht man automatisch ein Los und wandert in den Topf.

Vorlage für den Tweet:

Ich möchte einen Twitter-Wandkalender 2010 von @druckerei_de bekommen. Zur Aktion von www.druckerei.de -> http://bit.ly/4vTob5

Ich habe von der Aktion tatsächlich über twitter erfahren, in meiner timeline hat jemand genau das getwittert. Der Link führt zu besagtem Blog, die Aktion ist schnell verstanden und sympathisch – beste Voraussetzungen für Viralität.

Warum ich ausgerechnet darüber blogge? Ja, ich habe ein rein materialistisches Motiv. Wer das bloggt, erhält nämlich drei Wandkalender:

… einen Blogbeitrag im eigenen Blog zu veröffentlichen und darin über die Aktion zu berichten. Um den eigenen Lesern etwas mehr Inhalt zu bieten, kann man beispielsweise auch schreiben, warum man Twitter süchtig ist, also woran man es feststellen kann. In diesem Blogbeitrag muss man natürlich die Aktion verlinken und freiwillig einen Link zu www.druckerei.de setzen. Jeder der das tut, bekommt definitiv drei Wandkalender. Bei der Verlosung nimmt man damit also nicht teil. Der Gewinn ist gesichert! Damit wir jeden Blogbeitrag finden, ist es sinnvoll seinen Beitrag in den Kommentaren zu nennen.

Erledigt!

Erstaunlicherweise sind allein am heutigen, ersten Tag anscheinend um die 90 Blogbeiträge gepostet worden – derweil ich dies schreibe, hat das druckereiblog-post schon an die 100 Kommentare, wovon einige ohne Bloglinks sind.

Klar könnte ich jetzt noch sagen, dass diese Aktion ein gutes Beispiel dafür ist, wie man mit einfachen Mitteln Reichweite über Social Media erzielen kann. Aber das tut jetzt nichts zur Sache. Ich will den Kalender, basta!

Natürlich hat kommerziell motiviertes Bloggen immer ein Geschmäckle und mitunter auch harsche Konsequenzen.Ich denke aber, wenn man sein Motiv offen legt, ist es in Ordnung. Ich verhehle also nicht, dass ich dieses Post wahrscheinlich nicht geschrieben hätte, wenn ich nicht den Kalender dafür bekäme! Bei mir hat’s demnach funktioniert – ! Und ich finde, Printreform hat im Großen und Ganzen den richtigen Ton getroffen, was nicht immer einfach ist, wie dieser erheiternde Satz zeigt (Auszug aus obigem Zitat):

muss man natürlich die Aktion verlinken und freiwillig einen Link zu www.druckerei.de setzen.

Damit wäre das Spannungsfeld des „Auftragsbloggens“ hinreichend charakterisiert.

Ob mit der Aktion neue Kunden gewonnen werden, hängt von den Leistungen ab – Qualität, Service, Preise. Die Aktion wird Kontakte quer durchs Land bringen; wer am Bodensee sitzt, wird kaum einen Katalog in Berlin beauftragen, oder? Jedoch hat Printdings (ich kann mir den Namen einfach nicht merken – schlechtes Zeichen?!) viele Standardprodukte im Programm, die übers Web abgewickelt werden. Preislich gibt es günstigere Anbieter, aber ob Qualität und Service da vergleichbar sind, kann ich nicht sagen, da ich Printdings nicht kenne.

Ich bin gespannt, wie viel Resonanz die Aktion auf twitter und blogs erhält. Viralität ist im Produkt (Wandkalender) gewissermaßen drin. Der wird ins Büro gehängt und von hunderten Kunden und Lieferanten gesehen. Die URL http://www.druckerei.de ist recht dezent integriert. Dafür einen dicken Pluspunkt! Und noch zwei dafür, dass Printreform darauf verzichtet hat, ihr eigenes Logo auf den Kalender zu pappen (das macht dann drei Punkte):

So, und nun her mit den drei Kalendern. Danke!

PS. Mir ist noch aufgefallen: ein #tag wäre noch gut gewesen, damit man die Aktion auf twitter gut verfolgen kann!

Ein Gedanke zu “Twittcommerce: Zwitschern für den Wandkalender

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